|
Die
Austria Speed Windsurfing Association ist der Neuanfang des
Speed Surfens in Österreich. Erinnerungen an vergangene Tage
lassen so manchen darüber grübeln, warum die Veranstalungen
der frühen 90iger Jahre verschwanden, wie unterhaltsam damalige
Wochenenden waren und warum man eigentlich nicht in Zeiten von unschaffbaren
Freestyle Manövern, welche der "Normalsurfer" nicht
mal versteht, nicht wieder auf die Rennpiste des Wasser zurückkehren
sollte. Ein Interview mit Robert Sturm, der zusammen mit Peter Starzengruber
Gründer die ASWA 2004 gründete, hat uns daher sehr interessiert
Red.:Wann
wurde die ASWA gegründet?
Robert: Wir haben die Austrian Speed Windsurfing Association
im Jänner 2004 ins Leben gerufen.
Red.: Aus welchen Gründen habt
ihr euch dazu entschlossen die ASWA zu gründen?
Robert: Die Idee kam mir eigentlich nach meiner Teilnahme
bei der Deutschen Meisterschaft im Speedsurfen im Herbst 2003 in
Hvide Sande (DK). Peter Starzengruber und ich sind ja auch schon
sehr begeisterte Teilnehmer im Speed World Cup und des "O´Neill
Speed Invitational" gewesen (in den letzten Jahren dieser Veranstaltung
nahmen bis zu 250 Surfer jeder Könnerstufe teil). Beide Events
sind leider ab 1998 versandet - Freestyle und später auch Formula
haben dem Speedsurfen den Rang abgelaufen.
Doch dann, durch die Bemühungen von Björn Dunkerbeck und
Finian Maynard den Geschwindigkeitsrekord wieder den Windsurfern
zurückzubringen (bis dahin war ja ein Segelboot schneller),
gab es auf einmal wieder mehr Interesse an der doch für Jedermann
interessantesten und erlebbaren Disziplin. Das und die Idee das
Zicksee Speed-Rennens wieder aufleben zu lassen, hat uns bestärkt
die ASWA zu gründen. Ich bin auch mit der ISA - Internationl
Speedsurfing Association - die ebenfalls 2004 gegründet wurde
in Kontakt und habe auch schon erreicht, dass wir ein anerkanntes
Mitglied dieses "Dachverbandes" sind.
Red.: Sollen nun wieder Speedrennen
in Österreich stattfinden? Wenn ja, wer kann aller mitmachen?
Robert.:Natürlich, das ist doch der Hauptgrund
warum dieser Verein gegründet wurde! Derzeitiger Plan ist eine
stand-by Veranstaltung an den Wochenenden im Mai ´05 zu veranstalten
- da gibt es, Gott sei Dank, drei lange WE und somit auch zumindest
an einem genügend Wind!
Teilnehmen kann natürlich jede/jeder, die/der wissen will wie
schnell sie/er und ihr/sein Material sind. Ich bin auch derzeit
gerade an einer Zeitmessung dran, die das lästige Warten auf
ein Startsignal für die Teilnehmer und Kommentare wie <ach,
die ersten Starter haben noch den super Wind gehabt, wir, die jetzt
erst starten, ...> ausschalten. Es soll einfach so sein, dass
der Kurs über eine bestimmte Zeitspanne geöffnet wird
und jeder, unter Einhaltung einer "Durchfahrtsregelung"
den Kurs so oft wie möglich besurfen kann. Dieser Event wird,
eventuell zusammen mit einem zweiten im Herbst, die Qualifikation
für die ISA Speed Tour 2006 sein, und es wird auch der Österreichische
Meister ermittelt werden.
Weiters sind GPS-Wochenendregatten geplant, die bei Wind durch Aussendung
von Mails an alle Speedinteressierten angekündigt werden. Man
trifft sich dann an einem Spot, jeder geht mit einem GPS-Gerät
aufs Wasser (der keines hat, kann sich eines bei uns ausborgen!)
und surft während eines "Zeitfensters" wo er will.
Am Ende werden dann die GPS-Daten von uns ausgewertet und es gibt
die Sieger! Dieses System erfreut sich in Holland regen Interesses,
bei der ersten Regatta gab es bei Schlechtwetter und Kälte
immerhin 86 Teilnehmer!
Red.:Was
brauche ich an Material um ein Speedrennen mit zu fahren?
Robert:Das Material ist eigentlich völlig frei!!
Jeder kann sein eigenes Board und Segel verwenden.
Wer sich allerdings für die ISA Tour 2006 qualifizieren will,
der muss sich dann doch an die Regeln der ISA halten, die wir noch
gesondert bekannt geben werden.
Red.:
Wie kann ich für Speedrennen trainieren?
Robert: Das ist eigentlich überall möglich.
Am besten ist es natürlich den Trimm seines Materials mit Hilfe
eines GPS-Gerätes (Garmin hat da sicher die am besten geeignetsten
Geräte!) zu finden/ zu überprüfen. Man sieht dann
sofort, welche Mastfußposition oder welche Finne oder ...
zu mehr Geschwindigkeit geführt haben.
6. Wo sind die besten Speedstrecken in 1) Österreich und 2)
Europa ?
Bei den besten Speedstrecken in Österreich kommen für
mich eigentlich nur der legendäre Zicksee und der Neusiedlersee,
am besten bei Nordwind in Neusiedl nahe dem Schilfgürtel in
Frage. Dort ist das Wasser dann relativ "glatt" und man
kann dann bis Breitenbrunn heizen.
In Europa ist die Auswahl da schon größer. Ich gebe euch
da nur ein paar Spot und werde da jetzt auch nicht weiter darauf
eingehen, das würde den Rahmen sprengen!
Südfrankreich ist voll mit Speed-Spots; man denke nur an Orte
wie Gruissan, Leucate, St. Maries de la Mer - lauter ehemalige World
Cup Spots; Spanien mit Tarifa, Fuerteventura, Gran Canaria. In Deutschland
gibt's da natürlich auch den einen oder anderen Spot der zum
Speedsurfen geeignet wäre. Mein Geheimtip wäre allerdings
(obwohl ich selbst noch nicht dort gewesen bin) Strand Horst in
Holland. Da gibt es durch das seichte Wasser und durch Seegras so
extrem glattes Wasser, dass die dortigen Speedfreaks einen GPS-Rekord
nach dem anderen hinschmettern. Schaut mal auf www.gps-speedsurfing.com
und überzeugt euch selbst!
Red.: Ab wieviel Windstärken wird
ein Speedrennen gestartet?
Robert: Da ja die Veranstaltungen zu aller erst Spa? bringen
sollen, werden wir ab 15 Knoten starten. Ist die Lage etwas unsicher,
werden wir ein Speed-Long Distance Race austragen, dass mit den
bekannten One Hour Races zu vergleichen ist. Genaue Details gibt's
beim ersten Skippersmeeting!
Red.: Gibt
es eine Österr. Meisterschaft im Speedwindsurfen??
Robert: Eindeutig JA! Die Regatta im Mai soll, eventuell
mit einer zweiten Veranstaltung im Herbst, unterm Strich den ersten
österreichischen Speed Windsurfmeister hervorbringen.
|